Über Malta

Vorzeit

Die in Skorba entdeckte alte Töpferware ähnelt der in Italien gefundenen. Die Vermutung liegt daher nahe, dass die maltesischen Inseln erstmals im Jahre 5200 v. Chr. von Jägern und Bauern der Steinzeit besiedelt wurden, die von der größeren Insel Sizilien stammten. Beispielsweise weist die Keramik aus der Ghar Dalam Zeit große Ähnlichkeiten mit Töpfereien aus Agrigento in Sizilien auf. Aus dieser Zeit gingen Tempelbauer der Megalith-Kultur hervor oder die neuen Bauherren verdrängten gar die alte Zeit. Um 3500 v. Chr. errichteten sie eines der ältesten, bis heute existenten, freistehenden Bauwerke der Welt in Form von Megalith-Tempeln. Dies sind die Ggantija Tempelanlgen auf Gozo. Andere frühe Tempel sind Hagar Qim oder Mnajdra.

Nach 2500 v. Chr. waren die maltesischen Inseln für einige Jahrzehnte unbesiedelt bis sich neue Zuwanderer aus der Bronzezeit niederließen. Sie brachten eine neue Kultur mit nach Malta, in der die Toten eingeäschert wurden und in der kleinere Megalith-Bauten – sogenannte Dolmen- erichtet wurden.

 

Griechen, Phönizier und Römer

Das Domus Romana

Das Domus Romana in Rabat

Etwa um die Zeit um 700 v. Chr. wurde Malta erstmals von den Griechen besiedelt. Ein Jahrhundert später war die Gegend um das heutige Mdina sowie die umliegende Stadt Rabat, die damals Maleth genannt wurde, erschlossen. Die ebenfalls in Mdina ansässigen Römer gaben der Stadt (und den Inseln) den Namen Melita. Während des ersten Punischen Kriegs im Jahr 264 v. Chr. führten die Spannungen im Land dazu, dass sich die maltesische Bevölkerung gegen das Karthago auflehnten und die Besatzungsgewalt gegen den römischen Konsul Sempronius austauschten. Ebenso hielt Malta Rom während des zweiten Punischen Krieges die Treue.

Zur Zeit um 117 n. Chr. machten die maltesischen Inseln einen wichtigen – da erfolgreichen – Teil des Römischen Reiches aus und stiegen damit unter Hadrian in den Status Municipium auf. Die Katakomben von Rabat sind Zeugnis der frühen christlichen Ansiedlungen auf den Inseln. Daneben erzählt die Apostelgeschichte vom Schiffbruch des Sankt Paul und seinem Wirken auf der Insel.

Als im 4. Jahrhundert das römische Reich in einen östlichen und westlichen Teil zerbrach, fiel Malta unter die Herrschaft der Griechen während des byzantinischen Kaiserreichs von 395 bis 870 und wurde von Kontstantinopel aus regiert.

 

Die Zeit der Araber und das Mittelalter

Malta war an den byzantinisch-arabischen Kriegen beteiligt, und die Eroberung Maltas hängt eng mit der Siziliens zusammen. Nach einem brutalen Kampf gegen die Byzantiner, welche die Insel besetzten, wurde Malta im Jahre 870 n.Chr. von den arabischen Angreifern völlig ausgeplündert. Dabei wurden die meisten bedeutenden Gebäude zerstört und das Eiland blieb beinahe unbewohnt bis es 1048-49 n.Chr. von Arabern aus Sizilien kommend wieder neu besiedelt wurde.

Die Zeit der Normannen kann als produktiv bezeichnet werden. Malta wurde Teil des neu entstandenden Königreichs von Sizilien, welches außer Sizilien ebenfalls die südliche Hälfte der italienischen Halbinsel umfasste. Unter der Aufsicht Palermos wurde die katholische Kirche wieder als Staatsreligion eingesetzt. Dabei wurde Malta und insbesondere die frühere Hauptstadt Mdina stark von der Normannischen Architektur beeinflusst.

Im Jahr 1282 fiel Malta unter die Aragonesische Herrschaft. Die Familie des Königs von Aragon herrschte bis zum Jahr 1409 über die Insel.

 

Die Maltesischen Ritter und Napoleon

De Redin Watch Tower

De Redin Watch Tower

Der Herrscher Karl der V. gab die Insel 1530 den Hospitaller Rittern, welche unter der Herrschaft des Franzosen und Großmeisters des Ordens Philippe de Villiers de L’Isle-Adam standen, als ständige Leihgabe. Diese Ritter waren eine militärisch-religiöse Gemeinschaft und sind heutzutage bekannt als die Maltesischen Ritter. Sie wurden 1522 während des Osmanischen Reichs aus Rhodos vertrieben. 1551 jedoch versklaften die Korsaren alle Einwohner der maltesischen Insel Gozo, wovon etwa 5000 in die Barbareskenstaaten deportiert wurden.

Unter Führung des Franzosen Jean Parisot de la Valette und Großmeister des Ordens, konnten die Ritter einer Besatzung der Ottmanen im Jahre 1565 widerstehen. Gemeinsam waren die Ritter und Malteser siegreich. Um es mit den Worten Voltaires zu sagen: “Nichts ist besser als die Besatzung von Malta.” Im Anschluss sollten Maltas Festungen verstärkt werden, insbesondere im Gebiet rund um den Hafen, wo die neue Stadt Valetta, genannt zu Ehren von Valette, errichtet wurde. Hierbei wurden auch Wachtürme entlang der Küste erbaut, nämlich die Wignacourt-, Lascaris- und de Redin–Türme, welche nach den Großmeistern, die deren Erbauung angeordnet hatten, genannt wurden. Die Anwesenheit der Ritter auf der Insel ist durch die Erfüllung vieler architektonischer und kultureller Projekte deutlich zu erkennen. Dazu gehören unter anderem die Verschönerung der Città Vittoriosa, die Errichtung neuer Städte wie die Città Rohan und Città Hompesch und die Möglichkeit neue akademische und soziale Ressourcen zu nutzen.

Die Regentschaft der Ritter endete mit Napoleons Eroberung der Insel auf seinem Weg nach Ägypten während der französischen Revolution 1798. Mit der Zeit schwand die Macht der Ritter zunehmend und der Orden wurde unbeliebt. Napoleon Bonapartes Flotte erreichte Malta im Jahre 1798 auf ihrer Reise nach Ägypten. Mit einer List gelang es Napoleon als Herrscher in Malta Fuß zu fassen. Er bat die Malteser um Schutz und Anlegeerlaubnis im Hafen, um seine Schiffe neu beliefern und versorgen zu können. Nachdem ihm einmal Einlass in die schützenden Mauern Vallettas gewährt wurde, zog er seine Waffen gegen die Gastgeber, woraufhin der Großmeister Hompesch kapitulierte. Als Napoleon nach Ägypten weiter schiffte, ließ er eine beachtliche Besatzung in Malta zurück. Doch die französischen Truppen machten sich bei den maltesischen Einwohnern schnell unbeliebt. Grund war die Feindseligkeit der französischen Streitkräfte gegen den katholischen Glauben und Plünderung örtlicher Kirchen, um Napoleons Krieg zu finanzieren. Die französische Finanz- und Glaubenspolitik ärgerte die Malteser, so dass diese zu einer Rebellion gezwungen waren und die Franzosen aus der Stadtbefestigung zurückweichen mussten. Zusammen mit dem Königreich von Neapel und dem Königreich von Sizilien sendete Großbritannien Munition sowie seine Marine als Hilfe nach Malta. Damit konnten die Inseln vor Eindringlingen geschützt werden.

Unter General Claude-Henri Belgrand de Vaubois mussten die französischen Streitkräfte im Jahre 1800 kapitulieren. Einige maltesische Anführer fragten unter Sir Alexander Ball an, Malta unter britische Herrschaft zu bringen. In der grundlegenden Erklärung ihrer Rechte verkündete die maltesische Bevölkerung unter anderem “unter dem Schutz und Herrschaft des Königs der freien Menschen, Seine Majestät dem König des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland zu stehen.”

 

Britisches Weltreich und II. Weltkrieg

1814 wurde Malta aufgrund des Vertrags von Paris offiziell Teil des britischen Weltreichs und wurde von nun an als Zwischenstation für Schiffe und Hauptquartier der Flotte genutzt. Insbesondere Maltas Position auf halbem Wege zwischen der Straße von Gibraltar und dem Suezkanal war während dieser Jahre von großem Nutzen. Der Handelsweg nach Indien war für die Briten von großer Bedeutung und somit auch der Halt auf Malta auf diesem Wege. Malta konnte wiederum von dieser Handelsroute profitieren und neue kulinarische und botanische Erzeugnisse einführen. 1919 schossen jedoch britische Truppen auf eine Versammlung, die gegen neue Steuern protestierte, wobei vier maltesische Männer umkamen. Diesem Ereignis, bekannt als Sette Giugno (italienisch für 7. Juni) wird heute in Gedenken daran einer von fünf Nationalfeiertagen gewidmet.

Während des II. Weltkriegs spielte Malta eine wichtige Rolle aufgrund seiner Nähe zu den Hauptachsen der Schiffswege. Durch Mut und Tapferkeit der Malteser während der zweiten Besatzungszeit verlieh König Georg VI. am 15. April 1942 das Georgskreuz an die maltesische Gemeinschaft “als Zeugnis von Heldentum und Hingebung, welche noch lange in die Geschichte eingehen werden.”

 

Unabhängigkeit und Republik

Die Maltesische Nationalflagge

Die Maltesische Nationalflagge

Malta wurde am 21. September 1964 (Independence Day/Unabhängingkeitstag) unabhängig. Dem gingen erbitterte Verhandlungen mit dem Vereinigten Königreich voraus, die vom maltesischen Premierminister George Borg Olivier geführt wurden. In der Verfassung von 1964 behielt Malta zunächst Queen Elizabeth II als Königin von Malta und somit als Staatsoberhaupt mit einem Generalgouverneur, der die exekutive Gewalt in ihrem Namen ausführte.

Bei der Parlamentswahl 1971 siegte die maltesische Labour-Partei (Arbeiterpartei) unter Führung von Dom Mintoff. Sie verhalf Malta am 13. Dezember 1974 (Republic Day) als Republik innerhalb des Commonwealth zu erklären. Staatsoberhaupt war nun der Präsident. Ein Verteidigungsabkommen, das bald nach der Unabhängigkeit unterzeichnet (und 1972 nachverhandelt) wurde, lief am 31. März 1979 aus.

 

Fotos von: Patrick Farrugia – RikWorkshop.com und maltapanorama.com

Inhalt erstellt von http://en.wikipedia.org/wiki/Malta